Dr. Yvonne Koch besuchte auch in diesem Jahr wieder unsere Schule, um mit den Schülerinnen und Schülern der Einführungsphase zu sprechen und ihnen von ihren Erfahrungen im KZ Bergen-Belsen zu berichten. Das Lager, in dem auch die Namenspatronin des AFG, Anne Frank, im Frühjahr 1945 starb, erlebte Yvonne Koch als Elfjährige. Sie war aus der Tschechoslowakei allein dorthin verschleppt worden, weil ihr Vater als Arzt flüchtige Häftlinge versorgt hatte und litt im Winter 1944/45 unter Hunger, Grausamkeit, Gleichgültigkeit und dem Alleinsein in einem unmenschlichen System. Dass sie heute anderen davon berichten, und sie zu Zivilcourage und Mut aufrufen kann, verdankt sie einem englischen Soldaten, der das bewusstlose, schwer kranke und unterernährte Mädchen nach der Befreiung des KZ im April 1945 in einer Baracke fand. Dr. Yvonne Koch blickt trotz dieser bedrückenden Erlebnisse nicht mit Bitterkeit auf ihr Leben, sondern fand durch Sport, Arbeit und Familie Wege, glücklich zu sein. Gefragt, wie sie denn einen Deutschen habe heiraten können antwortet sie: "Aber ich habe doch einen Menschen geheiratet!" An die Schülerinnen und Schüler richtet Yvonne Koch den dringenden Appell, über alle Länder- und Religionsgrenzen hinweg immer den Menschen im Anderen zu sehen und sich für eine lebendige Demokratie einzusetzen, um Rassismus und Hass nicht stark werden zu lassen. -Stü