„Ich kann erzählen, was Anne Frank nicht mehr erzählen kann,“ so begründete Dr. Yvonne Koch, warum sie 73 Jahre nach ihrer Rettung aus dem KZ Bergen-Belsen über ihre Zeit dort berichtet. Zeugin sein, das Wissen weitergeben, so lange es geht, und zu Courage und Menschlichkeit aufrufen, das sind ihre Motive. 1944 in der Slowakei gefangen genommen, um ihren Vater zu erpressen, geriet die damals 10-jährige in das Lagersystem der Nazis und gelangte schließlich in die Hölle von Bergen-Belsen, wo im Winter 1944/45 tausende Menschen aus ganz Europa eingepfercht und Hunger, Kälte und Seuchen überlassen wurden. Nur durch Glück überlebte Yvonne Koch. Das Gespräch mit der Zeitzeugin war die Vorbereitung auf den Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen, den die Jahrgangsstufe 10 (Einführungsphase) des AFG am 19. und 20. unternahm. Dort, wo zwischen den Massengräbern nur ein Gedenkstein auf Anne Frank hinweist, setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Namenspatronin der Schule auseinander. Gerade vor dem Hintergrund des Lagers und der dort geschehenen Verbrechen wirkte die Menschlichkeit und Versöhnungsbereitschaft der Überlebenden Yvonne Koch auf Lehrer und Schüler umso beeindruckender. (U. Stüeken)