Foto: RN (Wittland)

Für vier Schüler im Alter von 13 und 14 Jahren aus unserer Robotik-AG hieß es am 17. September "Uni statt Unterricht". Sie fuhren auf Einladung der KARL-KOLLE-Stiftung, die seit Jahren die Robotik im MINT-Zweig und der AG unserer Schule intensiv unterstützt, zum Institut für Umformtechnik und Leichtbau (IUL) der Technischen Universtität Dortmund. Dort konnten die technikbegeisterten Schüler an einem 3D-Workshop teilnehmen. "Im Prinzip war mir schon klar, wie das alles funktioniert, weil ich viel darüber gelesen habe und es auch aus Videos kenne. Aber die Form dann selbst am Computer zu entwerfen und ausdrucken zu lassen, ist natürlich nochmal etwas ganz anderes." meinte Lennart Ogrzal (rechts im Bild) nach dem Workshop, den er zusammen mit Moritz Bußkamp, Julian Effenberger  und Timo Grohnert besuchen durfte. Unser MINT-Lehrer Sebastian Averbeck (3.v.l.) begleitete das Team und zeigte sich ebenso begeistert wie der Kurator der KARL-KOLLE-Stiftung, Prof. Winfried Pinninghoff: "Uns hat der Workshop mit den Kindern große Freude gemacht."


Die KARL-KOLLE-Stiftung hat erkannt, dass in unserer Gesellschaft und insbesondere auch an vielen Schulen die Motivation der Kinder und Jugendlichen für MINT-Themen in zu geringem Maße stattfindet. "Dabei habe ich das Gefühl, dass die Schüler sich grundsätzlich für alles interessieren, was man anfassen kann", so Prof. Pinninghoff. Das können die MINT-Lehrer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) am AFG direkt mit vielen Beispielen untermauern. Seit Jahrzehnten legt man hier viel Wert auf auf eine gute Ausstattung mit stets modernen experimentellen Schülerübungsmaterial in den Naturwissenschaften. Mithilfe der KARL-KOLLE-Stiftung konnte in den vergangenen Jahren zudem eine Robotik-Ausstattung für die Sechst- und Siebtklässler/innen im MINT-Zweig sowie für die für alle Jahrgänge offene Robotik-AG aufgebaut werden, die durchaus als "Leuchtturmprojekt" in der Region bezeichnet werden kann: Schülerinnen und Schüler können in Zweierteams mit einem Roboter arbeiten und so unmittelbar ihre Ideen verwirklichen sowie das Verhalten des Robotiksystems durch die eigene Programmierung direkt erfahren und verändern. "Schon die Anwesenheit der Geräte motiviert. Im Unterricht kommt es fast ganz von allein zu sinnvollem und zielgerichtetem Arbeiten der Schülerinnen und Schüler", weiß MINT-Lehrer Maik Bäumer, der nicht ohne Stolz eine Sammlung von 46 Robotern für die Schülerschaft verwaltet: "Und im Moment sieht auch keiner wie der andere aus."
Ähnliche Motivationsmöglichkeiten sieht man am AFG auch beim Thema 3D-Druck: "Für so manchen Robotikwettbewerb wünscht man sich natürlich die Möglichkeit, Spezialteile selbst zu entwerfen und zu drucken. Das erweitert den Horizont im technischen Bereich enorm", meint Maik Bäumer. Sebastian Averbeck ergänzt: "Und aus Sicht der Chemie ist zusätzlich das Verhalten der Polymere während des Drucks äußerst interessant."
Am 3D-Workshop in Dortmund nahmen auch Schülerinnen und Schüler aus Selm, Olfen, Lüdinghausen und Nordkirchen teil. Dass unsere Schule keine Mädchen zur TU entsenden konnte, lag an der Altersgrenze: Die zahlreichen Mädchen in der Roboter-AG sind momentan noch zu jung, würden bei zukünftigen Angeboten dieser Art aber sicherlich ebenso berücksichtigt.
In Dortmund wurde zunächst die Frage geklärt, welche Vorzüge die relativ junge Technologie des 3D-Drucks mit sich bringt. Danach wurde der typische Arbeitsfluss in der Praxis erprobt: Einführung in die Modellierungssoftware, Konstruktion des Objekts am Computer und Start der Druckaufträge, die je nach Größe und Komplexität auch mehrere Stunden andauern können. Die bei den selbst erstellten Objekten noch recht überschaubare Druckzeit wurde mit einer Führung durch das IUL-"Versuchsfeld" überbrückt, in dem den interessierten Schülerinnen und Schüler die aktuellen Forschungsaktivitäten des Instituts präsentiert wurden.