Bericht "final Update" (29.11.2018):

Fremde wurden Freunde - 10 Jahre Schulpartnerschaft mit Bowling Green, Kentucky

Die letzten beiden Tage des USA Aufenthaltes der Schülergruppe des Anne-Frank-Gymnasiums standen sehr im Zeichen der Aktivitäten zum zehnjährigen Bestehen der Schulpartnerschaft mit den High Schools in Bowling Green, Kentucky. Den Startschuss dazu gab die eigens aus New York angereiste Profifotografin, die die Teenager auf Schritt und Tritt begleitete. Ausgewählt worden war die Gruppe des AFG in Anerkennung für die erfolgreiche Durchführung und Weiterentwicklung des Austausch- und Partnerschaftsprogramms seit 2008. In Erfüllung ihrer Aufgabe, die Fotos für die neue GAPP Broschüre des Goethe Instituts zu schießen, dokumentierte die Fotografin unter anderem die Präsentation der Werner Schülerinnen und Schüler über ihr Leben zu Hause. Darüberhinaus wurde eine Schülerin in ihrem Zuhause auf Zeit besucht, um den Alltag in einer amerikanischen Gastfamilie zu beschreiben.

 

Den Höhepunkt der Jubiläumsaktivitäten bildete am Mittwochabend ein Empfang an der Warren Central High School, die vor zehn Jahren couragiert die Partnerschaft mit dem Anne-Frank-Gymnasium aufnahm, später gefolgt von der Greenwood High School und der South Warren High School. Zum Empfang waren außer den jetzigen Gastfamilien auch ehemalige Teilnehmer sowie in den Austausch involvierte Lehrerinnen und Lehrer aller Kollegien geladen. Nach den Grußworten der Gastgeber hielt Heike Armbrust eine humorvolle Ansprache, in der sie Vergangenheit und Zukunft der Schulpartnerschaft unter die Lupe nahm. Die Schülerinnen und Schüler erhielten anschließend vom Goethe Institut New York gesponserte, mit dem GAPP Symbol “wunderbartogether” versehene T-Shirts zur Erinnerung. Zum Abschluss wurde die deutsch-amerikanische Freundschaft kalorienreich besiegelt - die Torte, die die deutsche und amerikanische Flagge aus Zuckerguss trug, wurde gemeinsam und einträchtig verspeist. Happy anniversary und einen guten Start in die nächsten zehn Jahre.

Bericht "3rd Update" (27.11.2018):

Klettern gegen Kalorien

Die Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums, die nunmehr seit rund vierzehn Tagen tiefe Einblicke in den amerikanischen Alltag gewinnen durften, erlebten zu Thanksgiving einen ebenso traditionellen wie kulinarischen Höhepunkt der Kultur des Landes. Zum wichtigsten Fest des Jahres verlassen die Amerikaner den Fast Food Pfad zugunsten einer liebevollen Zubereitung teils überdimensionaler Truthähne, deren Umfang das Fassungsvermögen deutscher Backöfen weit überschreitet. Die dazugehörigen Beilagen wie Süßkartoffelauflauf, Cranberrysauce, grüne Bohnen und Kartoffelpüree waren fast in jeder Gastfamilie zu finden. Frau Armbrust wurde aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung erlaubt, beim Tranchieren des Truthahns zu assistieren, was durchaus als große Ehre zu verstehen ist. Das Thanksgiving Wochenende stand aber nicht nur im Zeichen der unbegrenzten Kalorienzufuhr, sondern bescherte den Teenagern aus Werne auch Erlebnisse verschiedenster Art wie zum Beispiel den Besuch eines Eishockeyspiels oder eine Einführung in den Line Dance sowie auch das langersehnte Black Friday Shopping.

Am Sonntag Morgen startete die Gruppe zum gemeinsamen Ausflug in den Cumberland Falls State Park. Bei ebenso anspruchsvollen wie anstrengenden Wanderungen zu den Cumberland Falls und den Eagle Falls wurde zumindest ein Teil der in den Tagen zuvor eingefahrenen Kalorien wieder abgebaut. Wegen des schlechten Wetters blieb ihnen leider der Blick auf den legendären Moonbow verwehrt. Übernachtet wurde schließlich in Cabins des State Parks, in denen zuvor auch das vom begleitenden Lehrerteam für alle zubereitete warme Abendessen verzehrt worden war.

Am Montag Morgen führte der Weg zunächst in Kentuckys Hauptstadt Frankfort, wo die Schülerinnen und Schüler das Capitol besichtigten. Zufällig lief ihnen dabei Senatspräsident Jimmy Higdon über den Weg, der den Besuchern aus Werne nicht nur gestattete, auf den Sesseln der Senatoren Platz zu nehmen, sondern ihnen dazu auch noch eine Lehrstunde in Sachen Demokratie und Republik erteilte. Hätte er geahnt, dass Frau Berendes ihm anschließend noch in epischer Breite die Etymologie des Wortes Republik sowie die Symbolik der Ornamente an den Säulen des Senatssaals erläuterte, hätte er sich sicherlich nicht auf dieses Eis begeben.

Da Politik und Kultur auch in den USA eng verbunden sind, stand im Anschluss noch der Besuch der Bourbon Destillerie Buffalo Trace auf dem Programm, wo die Vertreter des Anne-Frank-Gymnasiums in die Geheimnisse der Bourbonherstellung eingeweiht wurden. Zu ihrem Leidwesen waren die Schülerinnen und Schüler für das sich normalerweise anschließende Whiskytasting noch zu jung und mussten sich daher mit Root Beer begnügen, welches die meisten unter ihnen allerdings verstärkt an medizinische Mundspülung erinnerte.

Nun dürfen sich die Teenager noch auf den Besuch des Slugger Museums nebst Fabrik (Herstellung von Baseballschlägern) und der Churchill Downs (Gelände des berühmten Kentucky Derbys) freuen und somit zwei weitere Aspekte der Kultur Kentuckys kennenlernen.

 

Kurzbericht "2nd Update" (26.11.2018 um 2:55 MEZ) aus Kentucky:

Nach den kurzen viertägigen Thanksgiving Ferien haben wir heute unsere bestens gelaunten Schüler wieder getroffen und sind in unseren dreitägigen Ausflug gestartet. Heute sind wir zunächst zum Cumberland Falls State Park gefahren und haben zuerst eine kurze Wanderung zu den Cumberland Falls und dann eine längere zu den Eagle Falls unternommen. Das Abendessen wurde anschließend in der Lehrerlodge von uns Begleitern für alle Schüler zubereitet.

 

Bericht "1st Update" (20.11.2018) aus Kentucky:

Commerce, Culture, Country und Campus
Nach fünf Tagen in Kentucky haben die Schülerinnen und Schüler des AFG in Werne erste Auswanderungswünsche geäußert, so gut gefällt ihnen der American way of life. Nach zwei Schultagen und einem Kurzausflug zu den Diamond Caverns am Donnerstag und Freitag verbrachten die immer noch aufgeregten Jugendlichen ein erstes abwechslungsreiches Wochenende in ihren Gastfamilien. Diese hatten sich Einiges einfallen lassen, um unsere Teenager zu begeistern. Die Palette reichte von Gottesdienstbesuchen über Hirschjagd bis hin zum Besuch einer Pferdefarm oder der Country Music Metropole Nashville.

Unterdessen hielt Heike Armbrust auf einer Konferenz von ACTFL (American Council for the Teaching of Foreign Languages) einen Vortrag über die Implementation von GAPP (German American Partnership Program) in den Unterricht an deutschen und amerikanischen Schulen.

Am Montag standen Einblicke in die Wirtschaftsentwicklung und -förderung sowie in das Collegeleben der WKU auf dem Programm. Zunächst wurden die Jugendlichen in der Chamber of Commerce empfangen und regelrecht umworben, aufgrund des hier herrschenden Fachkräftemangles und 6000 offener Stellen einen beruflichen Werdegang in Bowling Green, Kentucky zumindest gedanklich in Betracht zu ziehen. Untermauert wurde dieses Anliegen durch eine anschließende Führung über das Gelände der Western Kentucky University, die ebenfalls an Studenten aus aller Welt interessiert ist. Nach dem Mittagessen auf dem Campus ging es mit einem Schulbus weiter zu Jackson‘s Orchard, um dort ebenfalls Einblicke in einen landwirtschaftlichen Betrieb zu erhalten. Nach einer Fahrt mit dem Heuwagen über das Gelände, bei der die Schüler einiges über den Anbau von Äpfeln, Pfirsichen, Maiskolben, Kürbissen und die daraus hergestellten Produkte erfuhren, ging es zurück in die Schulen, wo die amerikanischen Partner unsere Schüler schon erwarteten.

In den nächsten Tagen werden die Schüler des AFG den amerikanischen Mitschülern Einblicke in die deutsche Kultur verschaffen, indem sie vor Middle School Schülern Präsentationen über Deuschland, das Münsterland und natürlich über das AFG und Werne vorstellen werden.
Am Donnerstag beginnt das Thanksgiving Wochenende, das die deutschen Schülerinnen und Schüler zwischen Truthahn und Tradition individuell in ihren Gastfamilien verbringen werden. Entsprechend dem Motto „Lernen darf auch Spaß machen“ konnten die AFG-Kolleginnen Heike Armbrust und Birgit Berendes erfreut feststellen, dass sich der englische Wortschatz der Werner Schülerinnen und Schüler bereits deutlich vergrößert hat und die Kommunikation in der Fremdsprache zur stressfreien Selbstverständlichkeit geworden ist. Weitere Fortschritte nicht ausgeschlossen ...

 


Der erste Bericht lautete:

Am vergangenen Montag startete wieder eine Schülergruppe des Anne-Frank-Gymnasiums mit ihren Begleiterinnen Heike Armbrust und Birgit Berendes zum Schüleraustausch nach Amerika. Bei ihrer Einreise in die USA machten sie in diesem Jahr eine Erfahrung der ganz besonderen Art, die bewies, dass es um die Bildung des Durchschnittsamerikaners wohl doch nicht ganz so schlecht bestellt ist. Als Frau Berendes am Immigrationschalter nach ihrem Beruf gefragt wurde und sich als Lateinlehrerin outete, wurde sie vom Immigrationofficer mit einem strahlenden „Salve quoque tu magister.“ begrüßt. Das hat selbst Frau Berendes die Sprache verschlagen, was ja gar nicht so einfach ist. Vor lauter Überraschung vergaß sie sogar, den Officer dahingehend zu korrigieren, dass es eigentlich „magistra “ hätte heißen müssen.

Weniger erfreulich gestaltete sich allerdings der Empfang durch das Wetter. Den in Deutschland und auch in Kalifornien so bitter nötigen Regen hat die Werner Gruppe in Atlanta zur Genüge abbekommen, so dass statt erster Souvenirs Regenponchos und Schirme gekauft wurden. Das tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch. Die Teenager zeigten sich an Atlantas Kultur und Geschichte sehr interessiert und waren von Leben und Wirken des Martin Luther King sehr beeindruckt und berührt.

Natürlich durften auch Besuche der World of Coca Cola und des Georgia Aquariums - beides berühmt für die Region - nicht fehlen. Das Highlight war allerdings die Führung durch das CNN Headquarter, bei der die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen „Breaking News“ in die Welt setzten: „Bowling Green, we are on our way! Kentucky, here we come!“

Herzliche Grüße aus USA senden Ihnen allen
Heike Armbrust und Birgit Berendes