Bericht über Christen in Indien_1

Vor den Schülern und Schülerinnen der katholischen und evangelischen Religionskurse der Q1 hielt am Donnerstagnachmittag Pfarrer Saganathan Savarimuthu von der Gemeinde St. Christophorus, der seit nunmehr sieben Jahren in Deutschland lebt, einen interessanten Vortrag über die Situation der Christen in seinem Heimatland Indien. Diese machen zwar nur knapp 3% der Bevölkerung aus, werden aber von den nationalistischen Hindus dennoch zunehmend verfolgt. Pfarrer Saga zeigte Fotos von zerstörten Kirchen und Videos von bei öffentlichen Gottesdiensten randalierenden Hinduisten, die bei ihrem zerstörerischen Tun nicht von der Anwesenden Polizei gehindert werden. Obwohl die indische Verfassung eigentlich Religionsfreiheit garantiert, wird durch ein in vielen Bundesstaaten geltendes Antikonversionsgesetz verhindert, dass Menschen Christen werden können. Gerade die Angehörigen der unteren Kasten fühlen sich vom Christentum angezogen, da die Christen sowohl durch ihre caritativen Tätigkeiten als auch durch ihre Glaubensinhalte attraktiv sind, und wollen häufig zum Christentum konvertieren. Da dies den Brahmanen ein Dorn im Auge ist, wird das Christentum zu einer Gefahr für den Hinduismus erklärt und bekämpft. Pfarrer Saga wies jedoch auch darauf hin, dass in vielen Regionen Indiens Menschen verschiedenen Glaubens friedlich zusammenleben und die Übergriffe gegen Christen auf einige Regionen beschränkt sind. Dennoch nimmt die Zahl der Übergriffe seit einigen Jahren stark zu, weshalb er mit großer Sorge in die Zukunft schaue. Die Teilnehmer der Religionskurse verfolgten den Vortrag mit großem Interesse und stellten im Anschluss noch viele Fragen, die Pfarrer Saga gerne beantwortete.