Aktualisierung 5.3.20: Lesetagebücher einiger Schüler/innen am Ende des Artikels angefügt

„Kann man Sechstklässler schon mit dem Holocaust konfrontieren?“ Diese Frage begegnete den Religionslehrern Julia Krickau und Armin Hierl des Anne-Frank-Gymnasiums bei den Vorbereitungen zu ihrer Unterrichtsreihe. Denn das Thema Holocaust ist in NRW für den gymnasialen Geschichtsunterricht der Jahrgangsstufe 10 (G9) vorgesehen. Doch erfolgt hier der Zugang oft über die Zeit des Nationalsozialismus, die Vernichtung, den Tod und das Leid der Juden – unterstützt durch die schockierenden Bilder aus den Konzentrationslagern.
In der Unterrichtsreihe der beiden Theologen sollten jedoch nicht der Tod und das Leiden, sondern die Hoffnung als Lebenskraft und der Mut, anderen zu helfen, im Mittelpunkt stehen – ohne dabei die Geschehnisse des Holocaust zu verharmlosen. Die Grundlage dafür bildete die persönliche Geschichte von Hannah Gofrith und ihrer Familie, von der das Buch „Gern wäre ich geflogen - wie ein Schmetterling“ erzählt.
Die Autorin beschreibt in dem Buch autobiographisch ihre Lebensgeschichte als Kind während des Holocaust. Die 1935 in Polen geborene Haneczka erfährt den Einmarsch deutscher Truppen in ihre Heimatstadt Biala Rawska sowie die Diffamierung und Deportation ihrer Bekannten und Verwandten jüdischen Glaubens. Im Gegensatz zu den anderen Familienmitgliedern überleben Haneczka und ihre Mutter – mit Hilfe polnischer Freunde in Warschau. Nach dem Krieg beginnt Hannah Gofrith ein neues Leben in Israel, wo sie noch heute in Tel Aviv wohnt.
Die Schülerinnen und Schüler des Religionskurses formulierten zum Abschluss der Unterrichtsreihe einen persönlichen Brief an Hannah und legten in den Briefumschlag zusätzlich einige Print-Versionen ihrer mit großem Engagement erstellten Lesetagebücher. Dank der iPads konnten diese mit Hilfe der App Book Creator als multimediale Ebooks mit eingefügten Texten, Bildern, Audiodateien und kurzen Filmsequenzen besonders interessant und abwechslungsreich gestaltet werden. „Wir sind gespannt, wie Frau Gofrith unseren Brief und die Bücher findet. Wenn sie uns eine Emailadresse zukommen lässt, schicken wir ihr gerne die digitalen Versionen!“, so eine Schülerin des Religionskurses.

Schülerarbeiten aus der Unterrichtsreihe: