Zum 13. Mal Lateintheater

Aktualisierung 05.03.20: Eine Bilderstrecke steht beim Westfälischen Anzeiger online bereit

Karneval ist zwar im März vorbei und Bacchus längst beerdigt, aber auch danach darf man sich auf viele wunderbar kostümierte Gestalten und andere römische Götter freuen. Denn am 02. und 05. März 2020 um jeweils 18.30 Uhr ist es wieder soweit. Zum mittlerweile 13. Mal finden am AFG Spectacula Latina in der Mensa statt. Diesmal beteiligen sich insgesamt sechs verschiedene Lerngruppen an der Gestaltung des Abends und beweisen, dass Latein am AFG keine tote Sprache, sondern äußerst lebendig ist.
Den Auftakt machen Lateinschüler der Klassen 7, die erst im zweiten Jahr Lateinunterricht haben. Sie führen das Stück „Fabulae delirae – Die Märchenwelt steht Kopf“ auf. Durch Zufall sind mehrere Märchenfiguren wie Rotkäppchen, Hänsel und Gretel u.a. in die Antike gelangt und sorgen für ziemlich viel Verwirrung.
Als zweites spielen die Schüler der Klasse 9b/c die tragische Liebesgeschichte von Orpheus und Eurydice nach. Hier darf man auf den Gesang des Orpheus besonders gespannt sein.
Die Klasse 9a hat sich dagegen die Geschichte von Jupiter und Io vorgenommen. Damit Jupiters Gattin Juno nicht merkt, dass Jupiter sie mal wieder betrogen hat, verwandelt Jupiter seine Geliebte Io in eine Kuh, um sie so vor Juno zu verstecken. Juno fällt allerdings nicht auf diese List herein und macht nun ihrerseits Jagd auf die Kuh, bis diese schließlich in das nach ihr benannte Ionische Meer springt. Auch hier sind die Lacher garantiert.
Danach präsentieren die Lateinschüler der 8a/b ein Stück aus dem fernen Ägypten, das am Hofe Kleopatras spielt. Diese ist unglücklich, weil ihre Lieblingskatze verschwunden ist. Caesar, der sie heiraten will, bekommt den Auftrag, für die verschwundene Katze Ersatz zu besorgen. Ob ihm dies gelingt und es zu einem Happy End zwischen den beiden mächtigen Herrscherfiguren kommt, das werden die Zuschauer am Ende erfahren.
Nach einer Pause, in der wie immer römische Speisen angeboten werden, die von den Eltern der Darsteller gestiftet werden, spielen die Lateinschüler der EF das Stück „Lucius und Claudia – die Geschichte einer Jugendliebe“, in der

deutlich wird, dass Liebe manchmal auch mit Verzicht verbunden ist. Bevor Lucius seine Freundin Claudia, die er zu Beginn des Stücks aus großer Gefahr rettet, nämlich heiraten darf, schickt ihn sein künftiger Schwiegervater aus Dankbarkeit für die Rettung seiner Tochter zur Vervollkommnung seiner rhetorischen Kenntnisse erst noch für ein Jahr zu einer berühmten Rednerschule nach Athen. Claudia will gar nicht so lange auf ihren Freund verzichten und bittet Lucius daher, zuhause zu bleiben und das Angebot auszuschlagen, aber Lucius macht ihr den Wert der Bildung klar und verspricht ihr, auch in der Ferne treu zu bleiben. Unter vielen leidenschaftlichen Umarmungen – bei den Proben ließ die Leidenschaft allerdings noch etwas auf sich warten – nehmen die beiden schließlich voneinander Abschied.
Den Abschluss des Abends bildet die lateinische Theater AG mit dem Stück „Herkules und die Ställe des Augias“. Wie es dem Helden gelingt, diese „Herkulesaufgabe“ mit Kraft und Köpfchen zu bewältigen und die Ställe des Fürsten Augias, die seit zehn Jahren nicht mehr ausgemistet wurden, zu säubern, zeigt eine Gruppe von Schülern von der Klasse 8 aufwärts bis hin zur Abiturientia, aus deren Reihe auch noch vier Schüler dabei sind und die mit viel Spielfreude gekonnt agieren. In den Hauptrollen sind Lennart Oligmüller als Herkules, Tim Stutzinger als dessen Freund Iolaus, Jan-Luca Börste als König Eurystheus und Nadine Wenge als Minerva zu sehen.
Alle Stücke sind wie immer zweisprachig angelegt, so dass auch Nicht-Lateiner der Handlung problemlos folgen können. Die Schüler proben seit mehreren Wochen sowohl im als auch außerhalb des Unterrichts mit ihren Lateinlehrerinnen Birgit Berendes, Petra Gößling und Gabi Sonntag für diese beiden Abende und hoffen auf zahlreiche Zuschauer.
(Birgit Berendes)