Die Corona-Warn-App ist ein digitales Hilfsmittel, um neben den schon bestehenden Infektionsschutzmaßnahmen wie Händewaschen, Hand- und Flächendesinfektion, Einhalten der Abstandsregeln und das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung einen Indikator für ein möglicherweise erhöhtes Infektionsrisiko bereitzustellen. Dazu tauscht die App über den Niedrigenergie-Funkstandard "Bluetooth LE" pseudonymisierte Kennungen mit anderen Smartphones in der Nähe aus. Die Kennungen ändern sich dabei häufig und ohne nachvollziehbares System, so dass ein ungewolltes Tracking (Nachverfolgung von Bewegungen oder Verhaltensweisen) vermieden wird. Die vom Bund initiierte App wurde im Quelltext veröffentlicht und von der GitHub-Community kontrolliert und verbessert. Die Teilnahme an der Community steht jedem ebenso offen wie die Nutzung der App.

Genutzt wird der Kennungsaustausch für den Fall, dass ein Nutzer der App nachweislich mit SARS-CoV2 infiziert wurde. Durch Mitwirkung der Gesundheitsämter kann jeder Infizierte selbst entscheiden, ob die Information über die Infektion über die Corona-Warn-App an alle anderen Nutzer weitergegben wird, die im Infektionszeitraum mindestens 15 Minuten in der Nähe des Betroffenen waren. Was dabei als "nah" bezeichnet wird, hängt von vielen Faktoren ab. Aufgrund der verwendeten Funktechnologie sind dies aber in der Regel deutlich unter 10 Meter, bezogen auf den Abstand der Smartphones (!) zueinander. Bei App-Nutzern, die sich nach diesen Kriterien einem Infizierten nahe gekommen sind, wird dann ein erhöhtes Risiko angezeigt. Wie mit dieser Risikomeldung umgegangen wird, kann jeder Nutzer für sich selbst entscheiden. Damit jüngere Nutzer mit solchen Meldungen nicht alleine gelassen werden, muss für unter-16-jährige Nutzer ein älterer Nutzer seine Zustimmung erteilen.

Die zugrundeliegenden Prinzipien und der Open-Source-Ansatz der Software schaffen ein hohes Vertrauen, der Umgang mit der App und ihren Meldungen ist aber auch ein Lernprozess. Gerne unterstüzten wir den Umgang mit diesem sinnvollen Hilfmittel durch offene Diskussionen im Präsenzunterricht und natürlich auch dadurch, dass die App auf dem Schulgelände genutzt werden darf. Mitgeführte Smartphones müssen also nicht ausgeschaltet sein sondern dürfen im Lautlos-Modus im Gebäude mitgenommen werden, wenn die App installiert ist.

Für das iPad gibt es die App nicht, da dies als Arbeitsgerät häufig nicht so körpernah mitgeführt wird, wie ein Smartphone. Dadurch würde die Aussagekraft der Risikomeldungen weiter herabgesetzt.