Ein Bericht von Jonah Hülk

Es sind jetzt schon fast drei Monate, die ich hier in Irland bin und damit ist schon die Hälfte meines Auslandsaufenthalts vorbei. In diesem Bericht möchte ich meine bisherigen Erfahrungen teilen, die guten aber auch die schlechten sowie die Herausforderungen, denen ich hier begegnet bin.
Ich lebe hier in Irland in der kleinen Stadt Westport an der Westküste des Landes im County Mayo, ich könnte mir keinen besseren Ort vorstellen. Ich lebe zehn Minuten zu Fuß vom Meer entfernt und von meinem Fenster aus sehe ich Berge. Es gibt hier dementsprechend vieles in der Natur zu unternehmen, was angesichts des Lockdowns besonders wichtig ist. Aber nicht nur die Natur bietet Möglichkeiten, gleich neben dem Zentrum der Stadt liegt Westporthouse, ein altes Herrenhaus, das umgeben ist von einem schönen Park mit See. Alles befindet sich nah dran an meinem derzeitigen Zuhause, das etwas abseits des Zentrums auf einem der Hügel liegt, die das Zentrum von Westport umgeben.

Ich lebe in diesem Haus zusammen mit meiner Gastmutter, ihren beiden Söhnen und zwei weiteren Austauschschülern. Wir verstehen uns alle sehr gut und sie sind für mich jetzt schon eine zweite Familie geworden, dazu gehören auch noch die beiden Hunde und die Katze. Gemeinsam gehen wir oft raus an den Strand oder in die Berge, da andere Unternehmungen aktuell nicht möglich sind. Aber besonders wir Austauschschüler machen eigentlich fast jeden Tag etwas zusammen. Häufig gehen wir raus und treffen uns mit Schülern aus unserer Stufe und anderen Austauschschülern, die auch hier in Westport leben, um etwas Fußball oder Basketball zu spielen. Mein Alltag beinhaltet also für gewöhnlich Onlineunterricht am Morgen und dann zum Nachmittag geht es nach draußen für etwas Sport oder einfach um etwas zum Mittag in einem der vielen kleinen Imbisse zu holen, die in dieser Zeit take-away anbieten. Am Abend wird dann für gewöhnlich zusammen gegessen und danach noch etwas gemeinsam unternommen, sei es einen Film zu schauen oder einfach einen schwarzen Tee zu trinken.
Die Coronazahlen in Irland sind in den letzten Monaten gesunken und es wurden auch Lockerungen vorgenommen, trotzdem bin ich bisher noch nicht richtig in die Schule gegangen. Für mich war Schule in Irland ausschließlich online. Besonders zu Beginn war der Onlineunterricht schwierig, da ich mehr oder weniger ins kalte Wasser geschmissen wurde, aber rückblickend war das eine Erfahrung, die mich bereichert. Hier in Irland bin ich in der Stufe, die man am ehesten mit der EP (10. Stufe) in Deutschland vergleichen kann. Mein normaler Schultag besteht zu großen Teilen aus Meetings mit dem Lehrer, der einem das Thema erklärt und danach noch Aufgaben für die nächste Stunde aufgibt, die vorbereitend für die letzten beiden Jahre sind. Außerdem besteht das Schuljahr aus mehreren Projekten und für gewöhnlich aus Trips zu verschiedenen Orten, die aber wegen Corona aktuell nicht möglich sind. Die Projekte werden in dieser Zeit so weit es geht online durchgeführt beziehungsweise werden Onlinekurse von Universitäten für uns

bereitgestellt, so zum Beispiel ein Kurs über den Aufbau einer Radiosendung oder ein genereller Kurs über Gesetze und Rechtsprechung in Irland.
Wenn man die Schule in Deutschland und in Irland vergleicht, liegt der einzige Unterschied in den Fächern. Diese überschneiden sich in Hauptfächern wie Englisch Mathe und anderen Fremdsprachen sowie den Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften. Darüber hinaus bietet die Schule aber zum Beispiel auch Holzarbeiten oder auch Grafik-Design für diejenigen an, die mehr in eine praktische Richtung gehen wollen.
Abschließend kann ich schon nach diesen drei Monaten sagen, dass ich jedem einen Schüleraustausch empfehlen würde. Man sammelt viele Erfahrungen, besonders im Umgang mit fremden Menschen, und zudem entwickelt man seine Fremdsprachenkenntnisse stark weiter.