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Anne-Frank-Gymnasium Werne

Fachbereich Philosophie

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Praktische Philosophie (Klasse 5-10)

Hallo, du interessierst dich für das Fach Praktische Philosophie? Praktische Philosophie ist das Fach  für alle, die nicht am evangelischen oder katholischen Religionsunterricht teilnehmen. Denn anders als an vielen Grundschulen wird bei uns der Religionsunterricht nach Kirchen getrennt. Und wer zu keiner Kirche gehört, hat Praktische Philosophie.

Wir sprechen im Unterricht über die großen Fragen, die Menschen seit jeher beschäftigen. Zum Beispiel: Wo kommen wir her? Wer bin ich eigentlich? Warum ist das Gute gut? ...

Zum Beginn der Klasse 5 sprechen wir darüber, wie es ist, auf eine neue Schule zu gehen und wie man neue Freunde findet.

Hier ein Beitrag aus der Klasse 9:

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Philosophie (Oberstufe Einführungsphase – Abitur)

Der Philosoph Bertrand Russell, einer der hellsten Köpfe des letzten Jahrhunderts, sagte über unser Fach: „Die Philosophie ist das Niemandsland zwischen Wissenschaft und Religion“. Das beschreibt auch ein wenig die Rolle, die Philosophie an unserer Schule spielt; Philosophie kann Ersatzfach für Religion sein und ist zugleich eine Geisteswissenschaft wie Geschichte. Man kann Philosophie von der Einführungsphase bis zur Q2 belegen und auch als Abiturfach wählen.

Inhaltlich geht es um die großen Fragen, die der Philosoph Immanuel Kant einmal so zusammengefasst hat: „Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?“

Wie wir philosophieren und zu welchen Ergebnissen wir kommen, zeigt zum Beispiel dieser Essay unserer Schülerin.

 

Philosophie Essay von Hanna Schlieker

Stuttgart am dritten April 2021. Tausende Menschen aus allen sozialen und politischen Gruppen befinden sich auf denStraßen. Dies ist keine normale Demonstration. Am Rande der Kundgebung finden Angriffe statt. Die Teilnehmer ohne Masken und Abstand. Schilder mit Sprüchen wie “Demokratie braucht Freiheit” werden hochgehalten. All diese verschiedenen Menschen verbindet eins: sie demonstrieren bei der Kundgebung der “Querdenker” und stellen sich gegen jegliche Corona-Regeln, die die Bundesregierung beschlossen hat. Da dies nicht dem Infektionsschutz gemäß ist, gefährden die Protestierenden nicht nur sich selbst sondern auch unschuldige.

“Wer seine Freiheit zugunsten seiner Sicherheit opfert, wird am Ende beides verlieren.”- Benjamin Franklin

Dieses Zitat von Benjamin Franklin ist eine allgemeingültige und Präsente Position, die heute besonders in der Hinsicht auf die Corona-Politik von Kritikern wie den Querdenkern vertreten wird. Doch ist diese Position im Bezug zur Pandemie überhaupt vernünftig?

Um diese These zu verstehen und zu beurteilen, müssen jedoch die Begriffe “Freiheit” und “Sicherheit” klar definiert werden.

Unter Freiheit versteht sich die reine Selbstbestimmung. Freiheit ist auch das Risiko, Fehler zu machen, zu versagen und seine Komfortzone (die Sicherheit) zu verlassen. Daraus folgend lernt und wächst das Individuum über sich hinaus.

Sicherheit ist jedoch ein bestimmter Raum mit Grenzen, der das Individuum vor Gefahren und Fehlern schützt. Die Überschreitung der Grenzen von Sicherheit führt das Individuum in die Weiten der Freiheit. Damit Sicherheit gewährleistet werden kann, braucht man jedoch etwas oder jemanden, der einem den Schutz bietet. Dies funktioniert jedoch nur, wenn der oder das Schützende seine eigene Sicherheit zurückstellt.

Die Sicht der Querdenker besagt, dass das Corona Virus (Covid-19 und Sars-COV-2) nichts anderes sei als die Grippe (Influenza). Daraus folgend wird kritisiert, dass die aktuelle Handhabung des Virus nur Panik verbreite und die Freiheitseinschränkungen schlichtweg unnötig seien.

Allein das Virus als ein Grippevirus einzustufen, ist unvernünftig. Dies ist widerlegt und die dazu passenden Studien findet man nur mit wenigen Klicks im Internet. Indem man immer noch sagt, dass das Corona-Virus nicht schlimmer sei als die Grippe, misstraut man den Menschen, die das Nachforschen und Belegen solcher Fakten studiert haben. Plötzlich fangen Menschen also damit an, den Menschen zu widersprechen und zu misstrauen, die sich am besten damit auskennen. Aber im Alltag vertrauen sie trotzdem dem Busfahrer, dass er keinen Unfall baut; dem Piloten, dass er das Flugzeug sicher ans Ziel fliegt, oder den Pharma-Herstellern, dass sie die richtigen Dosierungen des Medikaments herstellen. Würden alle Menschen alles so hinterfragen, würden wir in keiner funktionierenden Gesellschaft leben können, da ein Baustein dieser das Vertrauen in Institutionen ist.

Es ist nicht die Politik, die uns unsere Freiheit raubt, sondern das Virus.

Wäre das Virus niemals aufgetreten, müssten wir uns jetzt nicht aus unserem Sozialleben zurückziehen und uns Zuhause bilden und arbeiten.

Es ist egoistisch, nur diese Freiheit zu betrachten, die man selbst gerade verliert, während andere als unterbesetztes medizinisches Fachpersonal um das Leben der Patienten auf den Intensivstationen kämpfen.

Es ist empathielos, die Menschen, die gerade für uns einstehen, außer Acht zu lassen. Menschen, die jetzt sechs Stunden in der Woche Überstunden machen und sich dabei auch noch von Patienten anbrüllen lassen müssen, weil diese nicht mit AstraZeneca geimpft werden wollen. Menschen, die im all dem ganzen Chaos auch noch eine Familie versorgen müssen und auch ihre persönlichen Probleme mit sich herumtragen. Genau diesen Menschen wird eine immer schwerere zusätzliche Last aufgedrückt, weil andere sich nicht an die Regeln halten.

Es ist schrecklich, seine eigene Mutter Samstagmorgens weinend aufzufinden, weil ihr alles zu viel ist.

Eigentlich sollten wir als Menschen nun zusammenhalten und gemeinsam an einem Strang ziehen. Wir haben ein gemeinsames Ziel: wieder in Freiheit zu leben. Diesem Ziel werden wir uns aber nicht nähern, wenn der Infektionsschutz weiterhin von tausenden Menschen bei einer Versammlung missachtet wird.

Der Sinn der Einschränkungen ist jedoch nicht, den Menschen ihre Freiheit zu entziehen. Sie sind dafür da, die Freiheit zeitweise einzudämmen, damit wir in Zukunft wieder in Freiheit leben können, ohne dass sich täglich Menschen in immens hohen Zahlen mit dem Corona Virus anstecken, darunter leiden und daran sterben.

Es ist unvernünftig so gegen die schützenden Maßnahmen der Regierung zu demonstrieren und die Zusammenkunft zu einem “Superspreader” zu machen, sodass diese Pandemie wohl noch ewig fortläuft.

Es ist klar, dass diese Position der Querdenker-Bewegung in dem Bezug auf die Corona-Pandemie nicht vernünftig ist, da demonstrativ Schutzmaßnahmen missachtet werden, während sich viele Menschen einschränken und für die Gesellschaft an ihre Limits gehen.

Wir müssen für die Bekämpfung der Pandemie die Sicherheit priorisieren, währenddessen die Freiheit eingeschränkt wird. Dabei ist das Ziel letztlich der Erhalt der Freiheit, indem diese durch die Durchführung der Bekämpfung der Pandemie letztlich sicher ausgelebt werden kann.

All das zeigt, wie wichtig es ist mehr darüber aufzuklären, weshalb harte Einschränkungen veranlasst werden und auch, dass man den Einfluss dieser “Superspreader-Veranstaltungen” nicht außeracht lassen und diese bestmöglich auflösen sollte.

 

Dokumente

Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 9)

Schulinterner Lehrplan SI

Leistungsmessungskonzept SI

Sekundarstufe II (EF, Q1, Q2)

Schulinterner Lehrplan SII

Leistungsmessungskonzept SII

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